77-Jähriger stellt Rollstuhl auf einem Auto ab – vier Monate Haft ohne Bewährung

von Stephan Weinberger

Eine Motorhaube ist sicherlich kein geeigneter Parkplatz für einen Rollstuhl. Ein 77-Jähriger sah das allerdings anders und musste sich nun wegen Sachbeschädigung vor dem Landsberger Amtsgericht verantworten.

Es war ein Nachmittag Anfang März im Vorderanger in Landsberg. Nach Aussage des schwerbehinderten Angeklagten vor Gericht habe er zuerst sein Fahrzeug abgestellt und anschließend seinen Rollstuhl aus dem Kofferraum gehoben. Sodann habe er sich umgedreht und sei erstmal stehen geblieben, weil er große Schmerzen in den Beinen spürte und daraufhin einen Schwächeanfall erlitt. Schließlich soll er den Rollstuhl auf die Motorhaube des anderen Autos gestellt haben.

Das in dem Auto sitzende Ehepaar war davon weniger begeistert, wollte es doch nur hinter dem Wagen des Angeklagten in die Parklücke fahren. Allerdings gelang das nicht in voller Länge, der 44 Jahre alte Fahrer musste den Parkversuch abbrechen. Als Grund gab der Mann zeugenschaftlich vor Gericht an, dass er sauer gewesen sei, weil ihn der Angeklagte aggressiv und laut aufgefordert habe, ein Stück zurückzuweichen. Deshalb habe er die Aufforderung verweigert und vielmehr vom Angeklagten gefordert, er solle doch mit seinem Auto ein paar Meter vorfahren. Vor dessen Wagen sei nämlich mehr Platz gewesen als hinter seinem. Daraus wurde nichts. Keiner war bereit zu handeln, so dass die Polizei gerufen wurde, welche die Ermittlungen aufnahm. Der Rollstuhl soll seitlich auf der Motorhaube gelegen und von dort zu Boden gerutscht sein ...

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