Schätzung durch Zeitreihenvergleich – trotz formell ordnungsmäßigen Aufzeichnungen?

Bei formell ordnungsmäßigen Aufzeichnungen ist eine Schätzung durch Zeitreihenvergleich nicht zulässig. Materielle Mängel der Buchführung können in diesem Fall weder durch einen vom Prüfer durchgeführten Zeitreihenvergleich noch durch eine „Warenbestands-Trendentwicklung“ nachgewiesen werden.

Nach § 162 Abs. 2 Satz 2 Alternative 2 AO ist das Finanzamt -und über § 96 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 FGO auch das Finanzgericht- zur Schätzung befugt, wenn die Aufzeichnungen des Unternehmers der Besteuerung nicht nach § 158 AO zugrunde gelegt werden können.

Inhalt[↑]

  • Zeitreihenvergleich
  • Warenbestands-Trendentwicklung
  • Höhe der Hinzuschätzung

Zeitreihenvergleich[↑]

Zu den Voraussetzungen und Grenzen der Verprobungs- und Schätzungsmethode des Zeitreihenvergleichs sowie zu den Anforderungen an dessen technisch korrekte Durchführung hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 25.03.20151 ausführlich Stellung genommen, auf das zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird.

Danach kann bei Aufzeichnungen, die formell ordnungsgemäß oder nur mit geringfügigen formellen Mängeln behaftet sind, grundsätzlich nicht allein aufgrund der Ergebnisse eines Zeitreihenvergleichs der Nachweis der materiellen Unrichtigkeit der Aufzeichnungen geführt werden2.

Im hier vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall äußerte der Bundesfinanzhof auch schon deshalb Zweifel daran, ob der Zeitreihenvergleich angesichts der betrieblichen Verhältnisse des Unternehmers überhaupt als geeignete Schätzungsmethode angesehen werden kann, weil im Warensortiment des Unternehmers ausweislich der in der Betriebsprüfungs-Handakte enthaltenen Einkaufsrechnungen auch Dosen- und Dauerware enthalten ist ...

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