Penny darf Pippi!

von Christopher A. Wolf

Der Bundesgerichtshof hat über die Frage entschieden, ob die von Astrid Lindgren erfundene, bekannte literarische Figur Pippi Langstrumpf wettbewerbsrechtlich gegen eine Benutzung als Karnevalskostüm geschützt ist. Der Discounter Lidl hatte entsprechende Waren verkauft. Eine Verletzung des Urheberrechts wegen der Anlehnung des Kostüms hatte der BGH bereits abgelehnt.

Die Einzelhandelskette Penny bewarb ihr Sortiment an Karnevalskostümen mit Abbildungen eines Mädchens und einer jungen Frau, welche beide eine rote Perücke mit abstehenden Zöpfen und ein T-Shirt sowie Strümpfe mit rotem und grünem Ringelmuster trugen. Die Fotos waren bundesweit in Verkaufsprospekten, auf Vorankündigungsplakaten in den Penny Filialen sowie in Zeitungsanzeigen abgedruckt und über die Internetseite der Beklagten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden. Darüber hinaus waren die Abbildungen den jeweiligen Kostümsets beigefügt, von denen der Discounter mehr als 15.000 Stück verkaufte.

Die Inhaberin der urheberrechtlichen Nutzungsrechte an der literarischen Figur Pippi Langstrumpf sah ihre Urheberrechte durch die Werbung verletzt, machte aber auch Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht geltend. Sie war der Auffassung, Penny habe sich mit den verwendeten Fotos an diese Figur angelehnt habe und damit den guten Ruf der Pippi Langstrumpf ausgenutzt. Aus diesem Grund stehe ihr Schadensersatz in Höhe einer fiktiven Lizenzgebühr von EUR 50.000 zu ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK