Schmerzensgeldbezifferung in der Klagebegründung

Nicht nur in den Verhandlungen mit den Versicherern ist die Höhe des Schmerzensgeldes ein umstrittenes Thema. Auch die Rechtsschutzversicherer monieren inzwischen die Nennung der Höhe des Schmerzensgeldes, weil davon der Gegenstandswert beeinflusst wird: je höher der Gegenstandswert, desto teurer der Rechtsstreit.

Melanie Kamper, Rechtsanwältin für Unfallopfer

Häufig wird gefordert, im Rahmen des Klageverfahrens die Zahlung eines Schmerzensgeldes als unbezifferten Antrag zu stellen. Statt also einen konkreten Betrag zu nennen, soll die Bemessung des Schmerzensgeldes in das Ermessen des Gerichts gestellt werden. Damit stellt sich die Frage, ob es dann nicht sinnvoll ist, wenn der Anwalt spätestens im Rahmen der Klagebegründung eine Größenordnung nennt. Nach unser Meinung sollte er das unbedingt machen und zwar aus den folgenden Gründen:

  1. Mit der Nennung einer konkreten Zahl setzt der Anwalt sozusagen den Marker. Er signalisiert Gegner und Gericht, wo in etwa „die Reise“ hingehen soll. Psychologisch ist das sehr wichtig, denn steht erst einmal eine Zahl im Raum, kann die nicht mehr ignoriert werden ...
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