Polizei hat keine Zeit für Festnahme von Juwelier-Dieben

von Stephan Weinberger

In einem Grafinger (München) Juweliergeschäft schlugen zwei Trickdiebe zu. Einer war für die Ablenkung der Verkäuferin zuständig, der andere ließ den wertvollen Geldschmuck unauffällig in der Tasche verschwinden. Als Mitarbeiter den Schwindel entdecken und die Polizei rufen, hat diese keine gute Nachricht. Man sehe sich derzeit außerstande zu kommen. Die Täter solle man doch bitte festhalten, bis eine Streife verfügbar sei.

Die Angestellten meldeten sich zuerst telefonisch bei ihrem Chef, der an dem Tag krankheitsbedingt nicht im Laden war. Der Chef bittet die Mitarbeiter, die Polizei zu rufen. Doch die zuständige Polizeiinspektion Ebersberg teilt den Anrufern mit, dass derzeit leider keine freie Streife verfügbar ist, man solle die Diebe doch bitte selbst festhalten, bis die Polizei – zu einem noch ungewissen Zeitpunkt – eintrifft.

Schließlich fährt der Chef selbst zum Geschäft und bekommt noch mit, wie die mutmaßlichen Diebe den Laden verlassen und kurz darauf in einem Auto mit britischem Kennzeichen das Weite suchen. Eine zufällig vorbeikommende Bekannte des Juweliers schreibt sich das Kennzeichen auf, der Juwelier will es der Polizei mitteilen, doch “mit ausländischen Autonummern könne man nichts anfangen” soll er dort aus Auskunft bekommen haben. “Da bin ich richtig sauer geworden.”

Bei der Ebersberger Polizei sieht man sich derzeit nicht in der Lage eine Stellungnahme abzugeben und verweist auf das Präsidium in Ingolstadt. Dort äußert sich Pressesprecher Hans-Peter Kammerer dahingehend, dass die Angaben des Juweliers nicht von der Hand zu weisen sind: Die Kollegen hätten am Freitagnachmittag “tatsächlich keine Streife verfügbar” gehabt. Grund war der angedrohte Suizid einer Jugendlichen. Bis diese gefunden und dingfest gemacht werden konnte, habe es zwei Stunden gedauert, so Kammerer ...

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