LG Stralsund entscheidet zu den Pflichten eines Geschädigten im Rahmen der Geltendmachung der Nutzungsausfallentschädigung nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall mit kritisch zu betrachtender Begründung ( LG Stralsund Urteil vom 28.8.2015 – 1 S 233/14 -).

von Willi Wacker

Hallo verehrte Captain-Huk-Leserinnen und -Leser,

in dem nachstehend aufgeführten Berufungsrechtsstreit geht es im Wesentlichen um die von der eintrittspflichtigen Kfz-Haftpflichtversicherung zu erbringende Nutzungsausfallentschädigung nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall. Zutreffend hat das Gericht festgestellt, dass der Schadensersatzanspruch, dazu gehört auch die Nutzungsausfallentschädigung, sofort fällig ist. Das hat auch schon der BGH in seinem Beschluss vom 18.11.2008 – VI ZB 22/08 – (ZfS 2009, 79 = VersR 2009, 128) festgestellt. Dementsprechend hat der Versicherer sofort den Finanzierungsbedarf des Unfallopfer zur Wiederherstellung des vor dem Unfall bestehenden Zustandes sicherzustellen. Eine Überprüfungszeit von zwei Wochen reicht in Zeiten moderner Kommunikationsmöglichkeiten aus. In dieser Zeit hat der Geschädigte ohnehin grundsätzlich Anspruch auf Verzinsung und Ersatz der Folgeschäden. Kann er als Privatperson den beschädigten Pkw nicht nutzen, ist grundsätzlich dieser Ausfallschaden zu ersetzen. Eine Pflicht zur Schadensgeringhaltung besteht nicht. Der Geschädigte muss sich nämlich nicht so verhalten, als ob er den Schaden selbst verursacht hätte. Er muss auch nicht zunächst seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. Dementsprechend überzeugen die Gründe der Berufungskammer des LG Stralsund zu den angeblichen Pflichten des Geschädigten zur Schadensgeringhaltung nicht. Lest aber selbst das Berufungsurteil des LG Stralsund in dem Rechtsstreitverfahren gegen die Mecklenburgische Versicherungs AG. Anschließend mögt Ihr bitte Eure Kommentare abgeben.

Viele Grüße Willi Wacker

Aktenzeichen: 1 S 233/14 43 C 114/14 AG Greifswald

Landgericht Stralsund

Im Namen des Volkes

Urteil

In dem Rechtsstreit

– Kläger und Berufungskläger –

gegen

Mecklenburgische Versicherungsgesellschaft AG, vertreten durch den Vorstand, BerckhuserStr ...

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