Online-Terrorismus – Hoax „Attentäter“ Veerender Jubbal (ein Sikh) könnte viel Geld verlangen von den Medien

von Karsten Gulden

Weltweit zeigten Medien das Bild eines Terroristen, der keiner ist. Ein bearbeitetes Selfie eines Sikh namens Veerender Jubbal mit Sprengstoffweste und Koran wurde ungeprüft übernommen und verbreitet. Der Kanadier wurde rund um den Globus als einer der Terroristen von Paris angeprangert und gehetzt. Eine unzulässige Verdachtsberichterstattung par excellence.

Ein Troll bearbeitet ein Badezimmer-Selfie eines Journalisten und verbreitet das Bild im Internet mit dem Hinweis, dass dies einer der Attentäter von Paris sei. Das Bild macht weltweit die Runde und wird ungeprüft von den Medien aufgenommen.

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich schmunzeln über den Fall des Sikh Jubbal. Der Kanadier wurde Opfer eines unbeschreiblichen Missgeschicks der Medien, der verdeutlicht, wie sehr die Medien unter Zeitdruck stehen. Das entbindet sie jedoch nicht von ihrer Verantwortung gegenüber denjenigen, über die sie berichten und auch nicht gegenüber ihren Lesern. Es geht um Wahrheit.

Spielte der Fall in Deutschland könnten sich Presse und Medien warm anziehen, die auf den Hoax reinfielen und das Bild mit der Botschaft des vermeintlichen Paris-Attentäters verbreiteten. Käme der Sikh zu mir, dann würde ich ihm anraten, die unbedachten Verbreiter in Haftung zu nehmen.

Die weltweite „Fahndung“ und Berichterstattung über einen Menschen als Terroristen stellt zweifelsohne eine schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung dar ...

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