Tötungsversuch mit Auto: Rücktrittsprüfung auch noch nach Unfall nötig!

von Carsten Krumm

Da scheint mir der BGH aber recht weit gegangen zu sein. Der Angeklagte wollte die nicht angeschnallte Beifahrerin bei einem bewusst herbeigeführten Unfall töten. Mit noch 60 km/h knallt er deshalb in ein abgeparktes Auto rein....die Beifahrerin stirbt aber nicht wie gewollt. Zeugen alarmieren die Polizei. Das war es dann auch schon. Manch ein Blogleser mag nun denken: "versuchter Totschlag - fehlgeschlagener Versuch - alles klar!" Das LG hatte das wohl auch so gesehen. Der BGH vermisste aber eine Rücktrittsprüfung:

Das Landgericht hat den Angeklagten unter Freispruch im Übrigen wegen
versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Stra-
ßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung unter Einbeziehung einer anderweit
verhängten Geldstrafe zu der Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren drei
Monaten und einer Woche verurteilt; ferner hat es Maßregeln nach §§ 69, 69a

StGB angeordnet. Die mit der Rüge der Verletzung materiellen Rechts geführte
Revision des Angeklagten führt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, soweit
dieser verurteilt worden ist.
I.
Nach den dem Schuldspruch zugrunde liegenden Feststellungen beschleunigte
der Angeklagte seinen Pkw VW Sharan auf öffentlichen Straßen in
Mönchengladbach auf eine Fahrtgeschwindigkeit von mindestens 99 km/h. Neben
ihm saß die nicht angegurtete Nebenklägerin auf dem Beifahrersitz. Im weiteren
Verlauf der Fahrt bremste der Angeklagte sein Fahrzeug heftig ab und
steuerte es im Wege einer kontrollierten Lenkbewegung leicht nach rechts. Er
fuhr gezielt auf das Heck eines am Straßenrand geparkten anderen Autos auf.
Hierbei verfolgte er die Absicht, die Nebenklägerin zu töten. Die Kollisionsgeschwindigkeit
betrug mindestens 60 km/h. Die Front des Fahrzeugs des Angeklagten
und das Heck des am Straßenrand abgestellten Pkw überdeckten sich
zu ca ...

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