Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB

Die Norm gehört nicht unbedingt zu den interessantesten des Strafrechts, in der Praxis spielt jedoch das unerlaubte Entfernen vom Unfallort eine bedeutsame Rolle. Geschütztes Rechtsgut des § 142 StGB ist die Feststellung und Sicherung der durch einen Unfall entstandenen (privaten) Ansprüche. Die Geschädigten sollen in der Lage sein, eigene Schadensersatzansprüche durchzusetzen und fremde Ansprüche abzuwehren, deshalb wird ein Unfallbeteiligter durch die Normierung gezwungen, sich einer Strafverfolgung auszusetzen. § 142 StGB ist Schutzgesetz i.S.d. § 823 (2) BGB (vgl. Schmidt/Seidel StGB Besonderer Teil, S. 205 ff.).

Ein Verkehrsunfall ist jedes plötzliche, mit dem Straßenverkehr und seinen Gefahren ursächlich zusammenhängende Ereignis, das einen nicht völlig belanglosen Personen- oder Sachschaden zur Folge hat. Täter kann nur ein Unfallbeteiligter sein, wobei jeder in Betracht kommt, der irgend etwas mit dem Unfall zu tun haben könnte, gleichgültig ob er Kfz-Fahrer oder sonstiger Verkehrsteilnehmer ist, es genügt die Möglichkeit eines Verursachungsbeitrages für den Unfall.

Es muss eine feststellungsbereite Person existieren. Als solche kommen nicht nur andere Unfallbeteiligte, Geschädigte und Polizeibeamte in Betracht, sondern auch unbeteiligte Dritte, sofern sie erkennbar den Willen haben, die zur späteren Schadensfeststellung erforderlichen Feststellungen zu treffen und an Unfallbeteiligte weiterzuleiten.

Tathandlung des § 142 ist das räumliche Sichentfernen vom Unfallort unter Verletzung der in den Nummern 1 und 2 des Absatzes (1) genannten Pflichten. Bei Anwesenheit feststellungsbereiter Personen besteht eine Anwesenheits- und Vorstellungspflicht durch eine angemessen lange Anwesenheit am Unfallort und Angabe der Tatsache der Unfallbeteiligung ...

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