Tierquälerei? Das Kalb auf dem Motorrad

von Stephan Weinberger

Auf 200 Jahre Rechtsprechung im Nordwesten blickt das Oberlandesgericht Oldenburg zurück und weist auf ein Urteil aus dem Jahre 1929 hin. In dem damaligen Fall verwarf das Oberlandesgericht die Revision eines Landwirts, der vom Amtsgericht Jever wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe verurteilt worden war.

Der Landwirt stand vor einem Problem. Seine bisher recht undankbare Kuh hatte ein Kalb geboren, war aber nicht fähig, ihren Nachwuchs auch zu ernähren. Sie gab nicht genug Milch für das Kalb ab. Da der Landwirt aber ein Mann der Tat war, beschloss er kurzerhand, das Kalb zu einem befreundeten Kollegen zu transportieren, da dieser eine Kuh hatte, die das Kalb auch ernähren könnte.

Hier ergab sich jedoch das Problem, dass der Landwirt kein passendes Fuhrwerk hierfür hatte. Er bereitete deshalb eine Decke über den Tank seines Motorrades, legte das Tier längs darauf und startete seine Fahrt.

Das Kalb genoss die Fahrt sichtlich und sah neugierig nach vorne, seine Beine baumelten seitlich neben der Decke herunter ...

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