Tätigkeiten, die in Erwartung einer Erbschaft erbracht werden, sind nur im Ausnahmefall zu vergüten

Mit einem kuriosen Sachverhalt hatte sich das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz im August 2015 zu beschäftigen (LAG Rheinland-Pfalz, 5 Sa 123/15, Vorinstanz: Arbeitsgericht Trier).

Die Klägerin hatte zusammen mit ihrem Ehemann die Pflege einer Tante des Ehemanns übernommen. Sie hatte der beklagten Tante im Jahr 2010 versprochen, für sie diverse Hilfeleistungen des täglichen Lebens zu erbringen. Im Gegenzug waren die Klägerin und ihr Ehemann im Testament der Beklagten als Erben eingesetzt worden. Ende 2013 kam es jedoch zu einem Streit, in Folge dessen die Beklagte das Testament zerriss.

Die Klägerin – nunmehr doch nicht mehr Erbin – hatte jedoch jede Stunde, die sie mit der Beklagten oder mit Tätigkeiten für die Beklagte zugebracht hatte, notiert und verlangte vor dem Arbeitsgericht für 351,25 Stunden bei einem Stundenlohn von 20,00 EUR insgesamt 7.025,00 EUR. Dieser Stundensatz sei in der häuslichen Seniorenbetreuung ortsüblich.

Ein Arbeitsverhältnis im klassischen Sinne verband die Parteien offensichtlich nicht, die Klage war jedoch trotzdem nicht abwegig ...

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