Nicht zu früh lächeln

von Udo Vetter

Das Amtsgericht verurteilte meinen Mandanten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Ein denkbar blödes Ergebnis, denn ab zwei Jahren und einem Tag kann eine Strafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Gleichzeitig sind solche Urteile aber häufig auch ein Signal der Richter: Wir wollen zwar kein übermäßig hartes Urteil sprechen, aber auch keine Bewährung geben. Geh also mal in Berufung, lieber Angeklagter. Bis das Landgericht entscheidet, ist ein weiteres Jahr vergangen. Wenn du bis dahin keinen weiteren Ärger hattest, kriegst du die Bewährung dann halt in der nächsten Instanz.

Genau das war jetzt auch das Ziel, das ich mit meinem Mandanten am Landgericht verfolgte. Nach einem langen, durchaus kontroversen Verhandlungstag verkündete die Vorsitzende das Urteil. Zwei Jahre Haft. Genau die drei Monate weniger, die wir für die Bewährung brauchten. Juchu.

Doch ganz so erfreulich lief es dann doch nicht ab. Die Reduktion der Strafe auf ein bewährungsfähiges Maß bedeutete bei diesem Gericht keineswegs, dass es auch Bewährung gibt. Die Strafaussetzung wurde vielmehr im Ergebnis trotzdem verweigert ...

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