Kussmund urheberrechtlich geschützt

„1000 kisses!“, „Dicke Geburtstagsküsschen“, „Liebe Hosentaschenküsschen“, unzählig viele Küsse auf Karten, Tassen und Geschenkartikeln ... und stets derselbe rote Kussmund. Weil diese Grafik der Internetseite eines Künstlers entstammt, wurden Herstellung und Vertrieb der Artikel jetzt untersagt. Bitte lesen Sie über das aktuelle Urteil des OLG Köln. Was ist passiert?

Der Kläger arbeitet als Künstler im Bereich Grafik und Fotodesign. Im Jahr 2001 hatte er ein weibliches Modell Serien von Kussmund-Abdrücken vornehmen lassen. Den besten davon wählte er aus und scannte ihn ein. Den Scan retuschierte, colorierte und bearbeitete er anschließend am Computer zu der Kussmundgrafik, die z. B. in den Ständern vieler Läden als Geschenkartikel oder Souvenir zu finden ist. Der Künstler selbst hatte die Grafik allerdings nur in seiner Online-Galerie präsentiert. Dort bietet er Kunstdrucke, gefertigt aus individuell hergestellten Kussmundabdrücken. Dass die Kussmundgrafik zur Dekoration der zahlreichen Artikel einfach von seiner Internetpräsenz entnommen worden sei (Copy-Paste), verstoße gegen die Urheberrechte des Künstlers. Was hat das OLG Köln dazu veranlasst, so zu entscheiden:

Bildende oder angewandte Kunst?

Zu der im Urheberrecht wichtigen Unterscheidung zwischen bildender Kunst („reiner Kunst“) und angewandter Kunst (Bedarfs- und Gebrauchsgegenstände mit künstlerischer Formgebung) wird verwiesen auf den Artikel Urheberrecht an Wohndesign: Kunst oder Kamin? Entscheidend ist die Zweckbestimmung des konkret in Rede stehenden Gegenstandes.

Hierbei ist nicht jedes Motiv, das als Dekor eines Gebrauchsgegenstandes verwandt werden kann, allein dadurch der angewandten Kunst zuzurechnen. Tatsächlich finden sich zahlreiche große Kunstwerke abgebildet auf verschiedenen Gebrauchsgegenständen ...

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