Zeitpunkt der Realisierung eines Veräußerungsgewinns in der Insolvenz eines Immobilienfonds

Wertbegründende und werterhellende Tatsachen: Urteil mit Bedeutung für insolvente Immobilienfonds und Einfluss auf die Bilanzsteuerpraxis von Unternehmen.

Dem 4. Senat des BFH liegt zur Entscheidung die Frage vor, ob die Veräußerung des letzten verbliebenen Grundstücks eines Immobilienfonds nach Bilanzstichtag bei der Auflösung des negativen Kapitalkontos eines Kommanditisten gewinnerhöhend berücksichtigt werden darf (anhängige Verfahren, Az: IV-R-3/15 sowie IV-R-9/15).

Entscheidend ist die Prognose am Bilanzstichtag

Ein negatives Kapitalkonto eines Kommanditisten fällt weg und ist gewinnerhöhend aufzulösen, wenn ein Ausgleich des negativen Kapitalkontos mit künftigen Gewinnen nicht mehr in Betracht kommt. Es ist daher am Bilanzstichtag eine Prognoseentscheidung zu treffen.

In den zwei Verfahren hatte das Finanzgericht Berlin-Brandenburg entsprechend jeweils zwischen werterhellenden Tatsachen und wertbegründenden Tatsachen zu unterschieden.

Werterhellende Tatsachen nach Bilanzstichtag sind zu berücksichtigen

Werterhellende Tatsachen sind all diejenigen, die für die Verhältnisse am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, ihre Ursache im abgelaufenen Wirtschaftsjahr haben, jedoch nach Bilanzstichtag und vor Aufstellung der Bilanz eintreten oder bekannt werden.

Wertbegründende Tatsachen nach Bilanzstichtag sind nicht zu berücksichtigen

Wertbegründende Tatsachen sind solche Umstände, die die tatsächlichen Verhältnisse nach Bilanzstichtag verändern. Nach ständiger Rechtsprechung des BFH sind rechtsgestaltende Rechtshandlungen stets wertbegründend ...

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