Foto am Strand neben einem Fußballprofi – BGH zur Mitabbildung Privater im Boulevard

von Hans-Chr. Gräfe

07.11.2015 Persönlichkeitsrecht Von: Hans-Christian Gräfe

Foto am Strand neben einem Fußballprofi – BGH zur Mitabbildung Privater im Boulevard Eine Privatperson muss es nicht dulden, dass ein Foto von ihr am Strand in Badekleidung in der Regenbogenpresse abgedruckt wird, bloß weil sie in einem Liegestuhl neben einem bekannten Fußballspieler liegt (BGH, Urteil v. 21.04.2015, Az. VI ZR 245/14). Mallorca statt Stadion

Mitte 2012 veröffentlichte die BILD ein Foto eines Fußball-Nationalspielers. Das Foto zeigte aber keine Szene aus einem Spiel, sondern aus dem Urlaub des Fußballers. Darauf war er am Strand von Mallorca zu sehen. Flankiert wurde das Foto mit einer Berichterstattung über einen Raubüberfall. Dem Spieler waren nämlich während seines Urlaubs Geld und Wertsachen gestohlen worden. Eine ähnliche Berichterstattung fand sich im Online-Auftritt der BILD.

Im Hintergrund des Bildes war eine Frau im Bikini abgebildet, die im dazugehörigen Artikel als Urlauberin bezeichnet wurde. Dagegen wandte sie sich zunächst an die Hamburger Gerichte und schlussendlich an den BGH.

Die Entscheidung des BGH

Die Urlauberin durfte von der BILD verlangen das Foto nicht weiter zu verwenden. Denn sie habe in die Veröffentlichung der Fotos nicht eingewilligt. Das Foto sei auch nicht dem Bereich der Zeitgeschichte zuzuordnen, was gem. § 23 Abs. 1 Nr. 1 des Kunsturheberrechtsgesetzes (KUG) dazu führen würde, dass die BILD es weiter verwenden dürfe. Denn der Begriff der Zeitgeschichte sei eng auszulegen.

Zwar handelte der flankierende von einem unter Umständen für die Öffentlichkeit relevanten Vorgang. Nämlich dass der Nationalspieler beklaut worden sei. Das beanstandete Foto als solches hätte aber mit dem Überfall auf den bekannten Fußball-Star am "Ballermann" ersichtlich nichts zu tun gehabt ...

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