Tätertrennung

von Thomas Wings

Es gibt in der Justiz so Rituale, die Kopfschütteln verursachen können. Die sogenannte Tätertrennung gehört dazu. Das mag aus Sicht einer strafverfolgenden Justiz ja auch zunächst mal ganz sinnvoll erscheinen. Tätertrennung, das soll bedeuten, mutmasslich gemeinsam an einer Tat verdächtige Personen, die in Haft sind, voneinander zu trennen. Also sitzen diese dann in verschiedenen Knästen. Der Grund hierfür ist, dass die Täter untereinander nicht miteinander kommunizieren sollen, sei es, um eine gemeinsame Strategie für das Verhalten vor Gericht zu planen, sei es, dass der Alpha-Täter Druck auf die anderen Beteiligten ausübt, um sich selber in einem besseren Licht positionieren zu lassen. Wie gesagt – der Idee nach im Prinzip ganz sinnvoll.

Nun ist es aber so, dass ungefähr jeder zweite Haftinsasse über ein eigenes Mobiltelefon im Knast verfügt (zwar verbotenerweise, aber das ist ja egal) und die andere Hälfte der Insassen gegen entsprechende Bezahlung die Mobiltelefone der anderen Hälfte benutzen dürfen. Kommunikation funktioniert also so oder so ...

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