„Sie brauchen keine Angst haben, wenn der Postbote kommt, es wird keine schriftliche Kündigung sein.”

von Liz Collet

“Aber wenn Bagger vor dem Haus anrücken und das Gerät mit der Abrissbirne wäre es gut, nicht erst mit dem Kopfferpacken anzufangen, liebe Mieter.”

Vielleicht spricht der Baggerfahrer dann die Kündigung noch mündlich und expressis verbis aus, bevor er die Hauswand zu Ihrer guten Stube anbaggert. Und durch das dekorativ gestaltete erste Loch zu Ihnen herüberwinkt?

Wir werden ja als Juristen immer leicht und leise hellhörig, wenn jemand davon spricht, es werde keine schriftlichen – sic! – Kündigungen geben. Wissen wir doch, dass damit andere noch nicht ausgeschlossen sind. Allenfalls und unter Umständen mangels Schriftform unwirksam….. Aber diskutieren Sie das mal, wenn Ihnen beim Öffnen der Jalousien eine Abrissbirne entgegenschwingt. Oder die Baggerschaufel auf Augenhöhe den Blick auf Milbertshofener alten Baumbestand verstellt. Der vielleicht schon gefällt….. nein, nein, nein, das gefällt uns nicht….

Vielleicht müssen Sie aber auch einfach das Hereinkrachen der Abrissbirne als konkludent erklärte Kündigung durch Stellvertreterhandeln verstehen, das Ihren Empfängerhorizont als Adressat von Erklärungen Ihres Vermieters ein wenig überschreitet, aber eben dann bis in Ihre Wohnung gelangt und damit als zugestellt anzusehen ist? Wir könnten noch den Baggerführer als bevollmächtigten Stellvertreter anbieten, seine Abgrenzung zum Boten der Kündigungserklärung als neckische Klausurfrage und zum Erfüllungsgehilfen.

Und die Frage aufwerfen, was eigentlich bei steinzeitalten Mietverträgen für Kündigungen für Fristen oder Formen der Erklärung gelten, wenn dazu nichts in selbigen fixiert sein sollte. Ich kenne durchaus Anwälte, die darauf nicht ad hoc antworten möchten ...

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