LG Hamburg: Verbotene Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen durch “AdBlock Plus”?

von Stephan Dirks

“Geld gegen Inhalte” – Das Modell funktioniert für die Zeitungsverlage immer weniger gut. Online gibt es alles kostenlos, warum also noch zahlen? Weil die Zeitung (und ihr online-Ableger) trotzdem Geld kostet (das wieder hereinverdient werden muss), sollen es die Werbekunden heranschaffen. Die lassen aber so genau, wie es geht, messen, wer ein Banner oder Layer wirklich zu Gesicht bekommt. Und wer sich mittels eines Werbeblockers wie “AdBlock Plus” als Zielobjekt der Werbung verweigert. Durchaus nachvollziehbar, dass der Axel Springer Verlage Mitte Oktober auf “Bild.de” mit einem Werbe-Blocker-Blocker konterte, der AdBlock Plus-Nutzern des Zugang verweigerte, so lange sie nicht ein kostenpflichtiges “BILDplus” Abo buchten. Als schon kurze Zeit später kursierte eine Anleitung zu dessen Umgehung kursierte, kursierte noch kürzere Zeit später eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg, die Springer beantragt hatte. Auch ein Youtube-Blogger bekam Post, allerdings zunächst nur eine Abmahnung.

Das Thema “AdBlock Plus” ist für die Gerichte dabei alles andere als neu. So war zum Beispiel die Frage, ob der Dienst wettbewerbs- und/ oder kartellrechtswidrig sei, bereits Gegenstand gerichtlicher Untersuchungen (Zur diesbezüglichen Entscheidung des LG München zum Az. 37 O 11843/14 – Whitelisting in AdBlock Plus – siehe/horche auch Jurafunk Nr. 124 vom 29.6.2015 ab 1’50″).

Neu und ungewöhnlich an der jetzigen Entscheidung des LG Hamburg allerdings: Sie richtet sich nicht direkt gegen die Software, sondern dagegen, dass Mitarbeiter des Herstellers gegen “Eyeo”, die einem Online-Forum der der Firma Informationen veröffentlichten und verbreiteten, wie trotz der Vorkehrungen von Bild.de das Angebot weiter auch mit eingeschaltetem Adblocker nutzbar blieb. Man mag sich nun darüber wundern, welche Mühen manche Menschen in Kauf nehmen, um ausgerechnet das Angebot von “Bild” kostenlos und werbefrei zu Gesicht zu bekommen ...

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