Austausch von Patientendaten via Smartphone – Alltag bei Ärzten?

von Jennifer Jähn

Die Entwicklung moderner Technologien mit ihren „neuartigen“ Funktionen macht auch vor Ärzten nicht halt. Insofern scheint es schon alltäglich, dass Ärzte Details über Krankheitsbilder sowie Behandlungsmöglichkeiten und damit über höchst sensible bzw. besonders schützenswerte personenbezogene Daten ihrer Patienten mit Kollegen per SMS oder sonstigen Chat-Programme austauschen. Dies besagt zumindest eine Studie vom Imperial College Healthcare NHS Trust über die Verhaltensweise von britischen Ärzten (vgl. hier).

Der Studie zufolge haben sich bereits sage und schreibe zwei Drittel der britischen Ärzte schon einmal per Messaging-Dienst mit einem Kollegen über Patienten in irgendeiner Form ausgetauscht, sei es jetzt über konkrete Symptome oder über Behandlungsmethoden. Zudem seien bei fast der Hälfte der gesendeten Nachrichten sogar Bild-Messaging-Dienste genutzt worden, um damit zusätzlich zu den Informationen beispielsweise noch abfotografierte Röntgenaufnahmen weiterzuleiten.

Ist ein derartiger Austausch rechtlich zulässig?

Nein – weder in Deutschland noch in Großbritannien oder in anderen Ländern, in denen die ärztliche Schweigepflicht gilt. Diese gesetzlich verankerte Pflicht zwingt Ärzte dazu, Daten ihrer Patienten vertraulich zu behandeln und nicht einfach an Dritte weiterzugeben.

Auf deutscher Seite ergibt sich die ärztliche Schweigepflicht aus verschiedenen Rechtsgebieten, wie dem Standesrecht, dem Zivilrecht, dem Datenschutzrecht und dem Strafrecht. Wichtig dabei ist, dass nicht nur die Berufsgruppe der Ärzte Dritten gegenüber zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, sondern ebenso beispielsweise Apotheker, Angehörige eines Heilberufes oder Rechtsanwälte. Aber auch zwischen Ärzten selbst gilt die ärztliche Schweigepflicht; ausnahmsweise ausgenommen davon ist die gleichzeitige oder nacheinander erfolgte Behandlung des Patienten durch mehrere Ärzte, vorausgesetzt dies entspricht dem Willen des Patienten ...

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