Organisierte Kriminaltität – es muss nicht immer etwas Böses sein

von Rechtsanwalt Jürgen Just

Beim Stichwort „Organisierte Kriminalität“ denkt man meist an Rauschgifthandel, Prostitution oder Schutzgelderpressung. Aber organsisierte Kriminalität kann manchmal auch ganz etwas anderes sein, als man es auf den ersten Blick vermutet. Der Blogbeitrag des Kollegen Zaborowski aus Berlin über den erfolglosen Versuch der Polizei ein Mobiltelefon zu entsperren erinnerte mich an eine beschauliche JVA im nördlichen Bayern. Hierzu muss ich jedoch ein wenig ausholen:

Ein JVA-Insasse hat – so er es sich denn leisten kann – in den meisten Justizvollzugsanstalten die Möglichkeit, sich einen Fernseher in die Zelle zu stellen. Allerdings kann er sich nicht jedes x-beliebige Gerät aussuchen, sondern muss sich an die entsprechenden Bestimmungen seiner Haftanstalt halten. Insbesondere muss der Fernseher eine Reihe von Sicherheitsauflagen erfüllen. Hier war es so, dass Gefangene nur Fernseher über einen bestimmten von der JVA authorisierten Händler beziehen durften. Dieser trug dafür Sorge, dass die Geräte verplombt und bestimmte Funktionen (z. B. Videotext) deaktiviert waren. Im Gegenzug war er so freundlich und hatte bereits den Großteil der in der JVA empfangbaren Sender vorprogrammiert. Soweit nichts außergewöhnliches – wenn die Geräte nur nicht über einen solch unsäglichen Hotelmodus verfügt hätten. Bei Fernsehern mit Hotelmodus sind bestimmte Funktionen gesperrt. Zum Beispiel kann die Senderreihenfolge nicht verändert werden und auch die Lautstärke ist meist auf eine bestimmte Höhe begrenzt ...

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