Wenn es mal wieder länger dauert: Bewährung trotz schwerer Untreue in 44 Fällen

von Dr. Sascha Böttner

Manchmal gilt bei der Strafverteidigung dasselbe wie im sonstigen Leben: Das Glück ist nicht nur mit den Tüchtigen, sondern auch mit den Geduldsamen. In dem Verfahren vor dem Landgericht Duisburg ging es um den Tatvorwurf der schweren Untreue in 44 Fällen. Der Angeklagte hatte als ehemaliger Postbanker insgesamt über 469.000,00 € veruntreut.

Wenn man bedenkt, dass jeder Fall der schweren Untreue mit 6 Monaten bis zu 10 Jahren Freiheitstrafe bedroht ist, so ist eine Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren – und nur bis zu dieser Grenze kann die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden – ein sportliches Ziel. Hier kam der Verteidigung jedoch zu Gute, dass die Taten bereits mehr als 6 Jahre zurücklagen und der damals Beschuldigte sich bereits Ende 2009 selbst angezeigt hatte. Zudem hat er von vornherein Aufklärungshilfe geleistet und versucht, zumindest einen Teil des angerichteten Schadens wiedergutzumachen.

Wesentlich zu seinen Gunsten hat sich dabei ausgewirkt, dass die Justiz das Strafverfahren nicht ordnungsgemäß gefördert, sondern eher „verschleppt“ hatte ...

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