Unerlaubte Methadon-Abgabe – und der Widerruf der Approbation

Die unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln unter leichtfertiger Verursachung des Todes eines Patienten rechtfertigt den Widerruf der Approbation als Arzt wegen Unwürdigkeit.

Im hier entschiedenen Fall verurteilte das Landgericht den Arzt wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln in 263 Fällen und unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln unter leichtfertiger Verursachung des Todes eines anderen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Das Landgericht ordnete an, dass wegen der von der Justiz zu vertretenden Verfahrensverzögerung von dreieinhalb Jahren die Strafe im Umfang von sechs Monaten als vollstreckt gilt. Die danach verbleibende Strafe setzte das Landgericht zur Bewährung aus, legte eine Bewährungszeit von drei Jahren fest und erlegte dem Arzt auf, einen Geldbetrag in Höhe von 80.000 EUR an gemeinnützige Einrichtungen zu zahlen. Das Landgericht stellte in seinem Urteil fest, dass der Arzt dadurch gegen die gesetzlichen Vorgaben der Substitutionsbehandlung verstieß, dass er in allen abgeurteilten Fällen ohne hinreichende ärztliche Untersuchung und Kontrolle seinen Patienten Methadon als sogenannte Take-Home-Dosis zur freien Verfügung aushändigte. Die tatsächlichen 1.086 Einzelfälle sind dabei zu 263 Taten im rechtlichen Sinn zusammengefasst worden, weil die an einen Patienten erfolgten Abgaben aus einer für den jeweils einzelnen Patienten rezeptierten Flasche mit fertiger Methadonlösung entnommen worden sind und insoweit eine Bewertungseinheit bildeten. In einem weiteren Fall verletzte der Arzt grob leichtfertig die ihm als Substitutionsarzt obliegenden Pflichten bei der Abgabe eines Betäubungsmittels und verursachte so den Tod des Patienten. Er gab dem ihm bei der Einnahme von Betäubungsmitteln als unzuverlässig bekannten Patienten G. am 1.11.2005 8 ml Methadon zum Sofortkonsum und weitere 16 ml zum Mitnehmen ...

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