Sanktionen, Importersatz – schottet Russland sich ab?

von Thomas Heidemann

Sanktionen erschweren Unternehmen bereits den Marktzutritt in Russland. Jetzt führt Russland das Prinzip der Bevorzugung inländischer Waren ein.

Die Bilder der vergangenen Tage haben irritiert und teilweise auch schockiert: in Russland wurden lastwagenweise Lebensmittel vernichtet – verbrannt, mit Baggern zermalmt oder vergraben. Erstmals wurden die russischen Gegensanktionen auch im Land kontrovers diskutiert.

Doch dies ist nur der fernsehwirksame Teil einer Geschichte. Russland ist auf verschiedensten Gebieten dabei, wirtschaftspolitisch eine Kehrtwende zu vollziehen. Während das Land in den vergangenen Jahren aktiv versuchte, sich in den weltweiten Warenaustausch zu integrieren und massiv Waren importierte, führt die Regierung jetzt eine Kampagne gegen ausländische und für in Russland produzierte Güter durch. Unter dem Schlagwort des Importersatzes soll die heimische Produktion unterstützt werden und gleichzeitig Importware zurückgedrängt werden. Die westlichen Importeure sehen sich zunehmend dazu gedrungen im Land zu produzieren, um das Russlandgeschäft zu halten.

Einfuhrverbote treffen die Bevölkerung direkt

Seit dem offenen Ausbruch des Konflikts in der Ukraine haben die Spannungen zwischen Russland einerseits sowie der westlichen Welt andererseits zu gegenseitigen Wirtschaftssanktionen geführt. Auf westliche Maßnahmen, die gegen bestimmte Personen und dann gegen einzelne Wirtschaftszweige gerichtet waren, antwortete Russland mit einem Einfuhrverbot für bestimmte Lebensmittel aus der EU und den USA. Dieses trifft direkt die Versorgungslage der Bevölkerung. Das Angebot in den Supermärkten und Restaurants hat sich spürbar geändert, es fehlen auffällig die westlichen Feinkostprodukte wie Käse, Schinken und Würste. Die Teuerung bei Lebensmitteln wird zudem derzeit mit knapp 20 Prozent angegeben ...

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