Nicht erst, wenn es richtig knallt…

von Gerfried Braune

..ist es sinnvoll, etwas zur Lösung des Konflikts zu unternehmen. Bekanntlich gibt es (zumindest nach Friedrich Glasl) 9 Eskalationsstufen eines Konflikts, beginnend mit Stufe 1 „Verhärtung“ bis zur Stufe 9 mit „gemeinsam in den Abgrund“ (wer den Film „Rosenkrieg“ einmal gesehen hat, hat alle Stufen der Konflikteskalation am Beispiel gesehen). Diese 9 Stufen lassen sich noch in drei Gruppen gliedern. Bei den ersten drei Eskalationsstufen glauben die Konfliktbeteiligten noch an eine Win-Win-Lösung. Die Konfliktbeteiligten, die die Stufe 4 bis 6 erreicht haben, denken noch an eine Win-Lose-Lösung, meinen selbst auf Kosten der/des Anderen gewinnen zu können. Ab dann geht es steil bergab und es geht zuerst darum, der/dem anderen Konfliktpartner Schaden zuzufügen, koste es, was es wolle. Das sind dann die Lose-Lose-Lösungen, rational nicht mehr zu begründen, emotional aber nachvollziehbar.

In den drei letzten Stufen wird es schwierig, eine konsensuale Lösung herbeizuführen, ausgeschlossen ist sie aber hier auch nicht. Oft muss erst einmal der Sachkonflikt autoritär entschieden werden, um den Weg für die Interessenklärung frei zu machen. Das mag sich widersprüchlich anhören. Letztlich muss zunächst die Eskalationsspirale unterbrochen werden, um anschließend verhandeln zu können. Daher ist hier eine Mediation dann nicht ausgeschlossen. Manchmal hat aber auch die Eskalation des Konflikts den Leidensdruck so erhöht, dass die Beteiligten froh sind, wenn ihnen ein Ausweg aus der Spirale der Eskalation angeboten wird, ohne das Gesicht zu verlieren ...

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