OLG Stuttgart: Hersteller eines Bodylifts muss vor Gefahren durch Einbau warnen

von Alexander Gratz

Tim Reckmann / pixelio.de

Das OLG Stuttgart hat entschieden, dass der Hersteller eines Fahrzeug-Bodylifts auf Schadensersatz haften kann, wenn durch den Einbau des Bodylifts das Fahrzeug beschädigt wird und auf diese Gefahr nicht ausreichend hingewiesen wurde. Im konkreten Fall erwarb der Kläger 2006 ein Bodylift, das für seinen Geländewagen freigegeben war, und baute es dort ein. 2009 und 2011 kam es zu Brüchen der Lenksäule. Im Prozess stellte der Sachverständige fest, dass durch den Einbau des Bodylifts bei einer bestimmten Höhe des elektrisch verstellbaren Lenkrads die Lenksäule am Crash-Bügel streifte und sie dieser Belastung, für die sie nicht ausgelegt sei, nach einer bestimmten Zeit nicht mehr stand halten könne. Seitens des Herstellers wurde in der Einbauleitung empfohlen, nach dem Einbau zahlreiche andere Fahrzeugteile zu überprüfen; ein Hinweis auf die Lenksäule fand sich dort nicht. Eine Instruktion dahingehend wäre jedoch, so das OLG, unbedingt notwendig gewesen, da das Streifen für Außenstehende nur schwer zu erkennen sei und es selbst bei einer TÜV-Untersuchung des Einbaus nicht aufgefallen war (Urteil vom 13.8.2015, Az. 13 U 28/15).

1. Der Beklagte hat jedenfalls schuldhaft gegen seine Instruktionspflicht verstoßen, weil er den Kläger bei Erwerb des Bodylifts nicht darauf hingewiesen hatte, dass zwischen der Lenksäule und dem Crash-Bügel ein Abstand verbleiben muss, da die Gefahr des Bruchs der Lenksäule besteht, wenn diese an dem Crash-Bügel streift ...

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