Multikulturelle Namensgebung: Zwölf Vornamen sind sieben zu viel

von Prof. Dr. Arnd Diringer

Chenekwahow, Migiskau, Nikapi-Hun-Nizeo, Alessandro, Majim, Chayara, Inti, Ernesto, Prithibi, Kioma, Pathar, Henriko – diese zwölf Vornamen wollte eine Frau ihrem unehelich geborenen Sohn geben. Geht nicht, meinte das Amtsgericht Düsseldorf (Az. 96 VIII G 16378). Es ordnete die Beischreibung von drei der gewünschten Namen an: Ernesto, Henriko, Allessandro. Zuwenig, meinte die Mutter. Und so kam es zu einem jahrelangen Rechtstreit, der auch die obersten Verfassungsrichter beschäftigte.

Das Landgericht Düsseldorf (Az. 25 T 984/97) hat der Beschwerde der Mutter gegen die Entscheidung des Amtsgerichts teilweise stattgegeben und angeordnet, dass der Standesbeamte die Vornamen Chenekwahow, Tecumseh, Migiskau und Ernesto für das Kind beizuschreiben hat. Die Beischreibung von weiteren acht Vornamen lehnte es aber ab.

Immerhin ein Teilerfolg für die Mutter. Allerdings hat das Landgericht sie zugleich in deutlichen Worten darauf hingewiesen, dass das Elternrecht keine Willkür erlaubt und Kinder nicht für die Selbstdarstellung der Eltern missbraucht werden dürfen:

“Die Wahl von zwölf Vornamen hat einen das Kind erheblich belästigenden Charakter. So wäre das Kind gehalten, sich in seinem späteren Leben sämtliche zwölf Vornamen in der richtigen Reihenfolge und der richtigen Schreibweise zu merken, wenn es in seinem Leben später einmal für bestimmte Rechtsgeschäfte oder Beurkundungsvorgänge, bei denen dies notwendig ist, sämtliche Vornamen aufführen und eventuell mit diesen unterschreiben muß. Bei den zum großen Teil ungewöhnlichen Namen ist dies keine leichte Aufgabe für das Kind. Es stellt eine an elterliche Willkür grenzende Zumutung für das Kind dar, mit einem ganzen Arsenal von Vornamen belegt zu sein, mit dem es in seinem späteren Leben immer wieder auffällt, wenn die Ausstellung einer Urkunde notwendig ist und mit dem sich das Kind wird auseinandersetzen müssen ...

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