Angeklagter lacht über Urteil – Richter verdoppelt die Haftstrafe

von Andreas Stephan

Ramon Ochoa sollte für 12 Monate und 1 Tag in Haft gehen. Dieses Urteil verkündete der zuständige Richter. Daraufhin lachte der Angeklagte, was der Richter als respektlos empfand und dadurch die Strafe verdoppelte. Die Verdoppelung der Haftstrafe wurde nun überraschend von einem US-Bundesgericht bestätigt. Bei der Anhörung vor dem Bezirksrichter Lawrence O`Neill in Kalifornien ging es um Verstöße gegen Bewährungsauflagen, nachdem Ochoa zuvor wegen illegalen Schusswaffenbesitzes verurteilt und danach vorzeitig aus der Haft gegen Auflagen entlassen wurde. Der Richter sah den Angeklagten für schuldig und entschied sich für 12 Monate und 1 Tag Haft. Der Angeklagte Ochoa lachte über das Urteil, weil er nach eigenen Angaben überrascht war von diesem Schuldspruch. Der Richter fand das Lachen des Angeklagten gar nicht witzig, sondern respektlos und erhöhte deswegen die Strafe sofort auf zwei Jahre Haft – in diesem Fall die maximal mögliche Strafe.

Das Gespräch lief so ab:

– Angeklagter lacht, nachdem der Richter die Haftstrafe verkündet-

-Richter: “Glauben Sie, das ist lustig?”.

– Angeklagter: “Keineswegs!”.

-Richter: “Warum lachen Sie dann?”.

– Angeklagter: “Ich bin bloß überrascht”.

-Richter: “Sie haben sich gerade in eine höhere Strafe reingeredet!”

Der Angeklagte legte dann gegen dieses Urteil Berufung ein. Nun hatte ein Berufungsgericht zu entscheiden – und bestätigte letzten Donnerstag im Ergebnis die Verdoppelung der Haftstrafe.

Zwei der drei Berufungsrichter sind der Ansicht, dass Richter grundsätzlich sehr wohl während einer laufenden Anhörung noch die Höhe der Strafe ändern dürfen, solange diese noch nicht beendet ist ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK