Erbfall in England: Wie beschränkt man die Haftung des Nachlassabwicklers?

von Bernhard Schmeilzl

Wer Nachlassvermögen aus UK nach Deutschland transferiert oder die Erbmasse verteilt, sollte als Nachlassverwalter immer eine „Section 27 Notice“ veröffentlichen

Die Abwicklung eines Nachlasses folgt in Common Law Ländern (USA, Großbritannien, Australien etc.) völlig anderen Regeln als in Deutschland (Basics dazu hier). Während nach deutschem Recht die Erben sofort und direkt in die Rechtsposition des Verstorbenen eintreten (Stichwort Universalsukzession, also Gesamtrechtsnachfolge), wird nach englischem und amerikanischem Recht die Erbmasse (Estate) sozusagen eingefroren und muss zunächst zwingend von einem Nachlassabwickler in Besitz genommen und verwaltet werden. Der Abwickler heißt executor (wenn im Testament ausdrücklich benannt) oder administrator (wenn vom Gericht bestimmt), Überbegriff personal representative. Er zahlt die Verbindlichkeiten, insbesondere auch die Steuern, erfüllt etwaige Vermächtnisse und zahlt erst danach das verbleibende Erbe (residuary estate) an die Begünstigten (beneficiaries) aus. Diese Nachlassverwaltung (administration period) kann Monate oder Jahre dauern und wird in UK und USA meist von Anwaltskanzleien durchgeführt. Mehr dazu hier.

Die gute Nachricht für Erben, genauer gesagt „beneficiaries“, in Common Law Rechtsordnungen ist, dass es keine Erbenhaftung gibt. In Deutschland haftet ein Erbe ja auch für Schulden des Verstorbenen, wenn er das Erbe nicht rechtzeitig (Regelfrist 6 Wochen) ausschlägt. In England, USA etc. haftet für Schulden des Erblassers nur der Nachlass als solcher, also die Erbmasse. Ist das Erbe aufgebraucht, gehen die Gläubiger leer aus. Hierbei gibt es natürlich, ähnlich einem deutschen Insolvenzverfahren, genaue Regeln, welche Schulden vorrangig zu zahlen sind und welche ggf. nur quotal oder überhaupt nicht befriedigt werden. So weit, so gut ...

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