Mieterhöhung bei abweichender Wohnfläche

von G. Ostfalk

In der anwaltlichen Praxis des Unterzeichners kommen Fälle mit abweichender Wohnfläche zumeist in der Gestalt vor, dass der Mietvertrag „versehentlich“ aus unerklärbaren Gründen eine Wohnfläche benennt, die tatsächlich von ihrer Höhe her gar nicht erreicht wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Manchmal werden Wohnflächenangaben von Vermietern über Generationen ungeprüft übernommen, die ursprünglich vielleicht einmal eine Grundlage in einer Architektenzeichnung hatte. Dabei lagen dem Unterzeichner durchaus auch schon einmal Akten auf den Tisch, bei dem sich im Laufe der Zeit die angegebenen Wohnflächen immer wieder einmal „durch Aufrundungen“ erhöht haben. Manchmal sind es aber auch schlicht Dachschrägen, die bei den Flächenangaben nicht richtig mit entsprechenden Abzügen berücksichtigt wurden. Interessant ist dabei wohl, dass sich die Flächenangaben immer erhöhen, niemals aber verringern. Noch nie aber hatte der Unterzeichner einen Fall auf dem Tisch, bei dem die Angabe der Wohnfläche, die zumeist aus der Sphäre des Vermieters stammt, niedriger lag, als tatsächlich in der Wohnung ausgemessen wurde.

Noch nie war die Fläche größer als im Mietvertrag angegeben

Aber auch diesen umgekehrten Fall gibt es, wie sich aus der Pressemitteilung des BGH Nr. 150/2000 ergibt. Dort ist in dem Mietvertrag eine Wohnfläche von 156,95 m² angegeben, die tatsächliche Wohnfläche liegt aber um 34 % höher, nämlich bei 210,43 m². Es stellt sich bei einem solchen Fall die Frage, nach welchen Kriterien der Vermieter die Grundmiete erhöhen kann. Muss er die im Vertrag genannte Wohnfläche von 156 m² ansetzen oder darf er von der tatsächlichen Wohnfläche von 210,43 m² ausgehen, was im Endeffekt natürlich günstiger für ihn sein wird.

(1) Im Jahre 2007 hatte der BGH mit Urteil vom 23.05 ...

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