Filesharing: Werkseitiger WLAN-Schlüssel ohne Änderung

von Niklas Plutte

Privatpersonen sind nicht verpflichtet, den werkseitig vorgegebenen WLAN-Schlüssel ihres Router für die WPA2 Verschlüsselung individuell abzuändern. Eine unterbliebene Änderung des Standardpassworts führt daher nicht zu einer Störerhaftung des Anschlussinhabers (LG Hamburg, Urteil vom 29.09.2015, Az. 310 S 3/15).

Pflicht zur Absicherung des Internetanschlusses

Der BGH hat bereits im Jahr 2010 festgestellt, dass Privatpersonen bereits im eigenen Interesse verpflichtet sind, ihren Internetanschluss gegen Zugriffe Dritter von außen abzusichern. Für den Anschlussinhaber besteht allerdings keine Verpflichtung, seine Verschlüsselung technisch stets auf dem neuesten technischen Stand zu halten. Es reicht aus,

dass jedenfalls die im Kaufzeitpunkt des Routers für den privaten Bereich marktüblichen Sicherungen ihrem Zweck entsprechend wirksam einzusetzen sind (BGH, Urteil vom 12.05.2010, Az. I ZR 121/08 – Sommer unseres Lebens).

Aktuell ist die Verwendung des Verschlüsselungsstandards WPA2 ausreichend sicher im Sinne der Rechtsprechung.

Werkseitiger WLAN-Schlüssel muss nicht abgeändert werden

Hat der Anschlussinhaber sein WLAN per WPA2 Verschlüsselung abgesichert, besteht nach Auffassung des Landgerichts Hamburg keine Pflicht, den werkseitig vorgegebenen WLAN-Schlüssel individuell abzuändern. Eine solche Pflicht folge jedenfalls nicht aus der Sommer unseres Lebens-Entscheidung des BGH, mag sie von Abmahnkanzleien auch oft in das Urteil hineininterpretiert werden. Dieser Auffassung war auch die Vorinstanz ...

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