Internet Pranger – die Bloßstellung im Netz verstößt gegen die Menschenwürde

von Karsten Gulden

Das Internet wird immer mehr zum digitalen Pranger. Was und wer nicht gefällt wird angeprangert. Dieses Vorgehen verstößt gegen die Grundpfeiler unserer Verfassung und ist damit rechtswidrig.

Pranger machen sich derzeit im Internet breit: Die Bloßstellung von Menschen – abrufbar für Jedermann.

Es kommt immer wieder vor, dass Zeitungen oder Seitenbetreiber zur Anprangerung aufstacheln und dabei die Würde der Menschen verletzen, die am Pranger landen.

Es werden Facebook-Kommentare von Personen samt Profilbild zum Abruf bereitgehalten und die Personen werden in eine bestimmte Ecke gedrängt. Diese Art und Weise der Berichterstattung steht selbstverständlich nicht im Einklang mit unserer Rechtsordnung. Kein Mensch muss es dulden, an den Pranger gestellt zu werden, egal, was er gemacht hat und welche Gesinnung er hat. Pranger ist Pranger, egal welche Moral dahinter steckt.

Internet-Pranger und Recht

Internet-Pranger und unsere Verfassung sind nicht in Einklang zu bringen. Zu viele Rechte werden verletzt, wenn ein solcher Online-Pranger geschaffen wird. Und das geht ja bekanntlich schnell. Eine kleine Parole, ein paar geklaute Bilder und schon geht es los.

Recht am eigenen Bild, Wort und Namen

Es werden zahlreiche Rechte verletzt. Das Recht am eigenen Bild, Wort und Namen werden verletzt, wenn Personen ungefragt in die Medienpresse hineingerissen werden – samt Bild, Namen und Aussagen. Will die Presse Bildnisse von fremden Personen verwenden, dann müssen die Personen um Erlaubnis gebeten werden. Und nein, es handelt sich bei diesen Personen meist nicht um Personen, die von zeitgeschichtlicher Relevanz sind. Dafür sind sie viel zu klein. Aber auch zu klein, um auf der Titelseite einer Volkszeitung zu landen. Ein solches Vorgehen ist sogar strafbar und kann auf Antrag verfolgt werden. Es erfolgt eine nachhaltige Stigmatisierung, die zu irreparablen Schäden führen kann ...

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