Im Namen des Volkes?

Gerichte sprechen Urteile im Namen des Volkes. Und manchmal würde sich das Volk schämen, wenn es wüßte, was in seinem Namen an deutschen Gerichten so ausgeurteilt wird. Was ist passiert?

Eine Anklage der Staatsanwaltschaft zum zuständigen Schöffengericht wirft dem Angeklagten vor, er habe geringe Mengen Haschisch zunächst verwahrt und im Rahmen eines geselligen Abends an Personen unter 18 Jahren zum unmittelbaren Verbrauch überlassen. Konkret: Er soll ein Pfeifchen gestopft und dieses mit den Jugendlichen als Person über 21 Jahre gemeinsam geraucht haben. Ein Verbrechen, das mit Freiheitsstrafe von 1 Jahr bis 15 Jahren bestraft wird.

Die Beweisaufnahme war dann erwartungsgemäß äußerst angenehm für die Verteidigung. Sämtliche unmittelbare „Tatzeugen“ bestätigten die Einlassung meines Mandanten, es habe zwar tatsächlich eine Haschischpfeife an jenem Abend gegeben, nur er sei nicht der Besitzer des Betäubungsmittels gewesen; dies habe ein Jugendlicher aus der Runde, nennen wir ihn Stefan, mitgebracht und mit einer ebenfalls mitgebrachten Pfeife zum anschließenden Konsum vorbereitet. Die Mine des Staatsanwalts – alleiniger BtM-Dezernent und Hardliner – verfinsterte sich aber, als Stefan als Zeuge vernommen wurde ...

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