LHR erwirkt weiteres Verbot gegen “Anlegerschutzkanzlei” wegen pauschaler Herabsetzung eines Geschäftsmodells

von Arno Lampmann

Kapitalanlagerecht ist für geschäftstüchtige Anwälte ein lukratives Feld.

Aufgrund der oft hohen Investitionssummen existieren dementsprechend zahlreiche potentielle Mandanten, deren “Betreuung” aufgrund der Vergleichbarkeit der Fälle keine individuell abgestimmte anwaltliche Arbeit im Einzelfall erfordert, sondern oft mithilfe von vorgefertigten Schreiben und Klageschriften “geleistet” werden kann.

Hinzukommt, dass viele Anleger eine Rechtsschutzversicherung haben, die die Kosten der anwaltlichen Beratung – unabhängig von deren Erfolg – übernehmen.

Bereits im Jahr 2014 hatten wir über mehrere Fälle berichtet, in denen “Anlegerschutzkanzleien” mit zweifelhaften Methoden auf Mandantenfang gegangen waren.

Siehe zum Beispiel:

  • 3.1.2014 – Verbot der Behauptung einer angeblichen Bilanzfälschung und
  • 22.4.2014 – Verbot der Missbrauchs einer Abmahnung wegen unlauterer Werbung zu weiterer rechtswidriger Werbung

Da das Berufsrecht der Anwaltswerbung gewisse Schranken setzt, zweifelnde Anleger meist nicht auf den Kopf gefallen sind und allzu dreisten Mandantenfang schnell als solchen erkennen und nicht “anbeißen”, versuchen manche Kollegen, ihrer Werbung im Gewand einer “Schutzgemeinschaft”, die in Wirklichkeit keine ist, mehr Seriosität zu verleihen. Dieses Vorgehen hat das Landgericht Hamburg in der Vergangenheit bereits verboten:

  • 11.7.2014 – Werbeverbot gegen “Anlegerschutzanwälte” wegen nicht existenter “Schutzgemeinschaft”.

Aber auch eine zum Beispiel in Gestalt eines “Anlegerschutzvereins” tatsächlich existierende Schutzgemeinschaft muss sich an wettbewerbsrechtliche Regeln halten, wenn sie mit Beiträgen auf ihrer Internetseite versucht Mitglieder zu werben oder Rechtsanwälten Mandanten zuzuführen:

  • 20.5 ...
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