Deutschlandweites Versetzungsrecht – hier nicht!

von Reinhold Brandt

Zu einigen Fragen des Versetzungsrechts habe ich mich ja schon früher geäußert. Hierzu ist jetzt ein familienfreundliches Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein ergangen (Urteil vom 26.08.2015 – 3 Sa 157/15). Das Urteil bestätigt, dass der Arbeitgeber bei allen Weisungen auch die Interessen des Arbeitnehmers beachten muss und dass eine Weisung unwirksam sein kann, wenn er dies unterlässt. Da das Urteil offenbar noch nicht veröffentlicht ist, zitiere ich aus der Pressemitteilung des Gerichts.

Der Leitsatz des Urteils:

"Ein Arbeitgeber darf nicht ohne Weiteres seinen Arbeitnehmer an einen rund 660 km entfernten Arbeitsort versetzen. Will er den Einsatzort verändern, muss er auch die Interessen und familiären Lebensverhältnisse des Beschäftigten berücksichtigen."

Der Fall:

"Der seit acht Jahren in dem Dienstleistungsunternehmen angestellte Kläger war seit 2009 auf einer Dauerbaustelle an seinem Wohnort in Brunsbüttel als Isolierer eingesetzt. In seinem Arbeitsvertrag ist geregelt, dass er auf allen Baustellen eingesetzt werden könne, auch auf solchen, die er von seiner Wohnung aus nicht jeden Tag erreichen konnte. Der Kläger ist Vater von drei schulpflichtigen Kindern. Im Herbst 2014 hatte er eine fristlose Kündigung aus Anlass einer Auseinandersetzung mit einem Vorabeiter erhalten ...

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