OLG Hamburg zur irreführenden Werbung mit Testimonials

von Eva Maria Mayer

Eva-Maria Mayer:

Wirbt ein Sportartikelhersteller für Fußballschuhe mit bekannten Profi-Fußballern, liegt eine wettbewerbswidrige Irreführung vor, wenn nicht alle abgebildeten Fußballer die Schuhe nutzen. Das hat das Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg mit Urteil vom 19.01.2015, Az.: 5 U 203/11 entschieden.

In der Sache ging es um eine Online- und eine Printanzeige eines Sportartikelherstellers. Geworben wurde u.a. mittels einer Fotomontage die 60 Fußballprofis in Trikots abbildete, wobei die Schuhe der Fußballer nicht zu sehen waren. Im Vordergrund der Printanzeige wurde ein offener Schuhkarton mit darin befindlichen Fußballschuhen der Beklagten gezeigt sowie auf ein Online-Trainingsprogramm Bezug genommen. Auf den Werbemitteln waren allerdings auch neun Spieler zu sehen, die zum Zeitpunkt der Werbung tatsächlich nicht in den Fußballschuhen des beklagten Unternehmens spielten. Geklagt hatte ein Konkurrent der Beklagten.

Die Beklagte machte geltend, dass das Werbemittel keine Werbung für Fußballschuhe enthielt, da in der Anzeige u.a. kein Schuhmodell genannt werde und das Werbemittel auf das Online-Trainingsprogramm Bezug nehme. Außerdem führte die Beklagte weiter aus, dass sie mit allen abgebildeten Mannschaften Werbeverträge abgeschlossen habe, weshalb sie mit den abgebildeten Spielern auch für Fußballschuhe werben dürfe. Des Weiteren sei es nach Meinung der Beklagten nahezu ausgeschlossen, dass die Verbraucher die neun Fußballspieler, die nicht mit Fußballschuhen der Beklagten spielen, erkennen.

Werbung für Fußballschuhe

Die Beklagte wurde zur Unterlassung sowie zur Zahlung eines Schadensersatzes verurteilt ...

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