“Mit so’m Puffauto fahr isch doch kein’ Kaffee aus!” {Stimmt, jetzt nicht mehr}

von Liz Collet

Sie erinnern sich noch an den Fall des Verkaufsreisenden, dem man fristlos gekündigt hatte, weil er sich weigert mit Firmenfahrzeug zu fahren, auf dem nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine zu sehen sind?

Zur Erinnerung: Rund 20 Jahre hatte er bei der Beklagten, welche Kaffee vertreibt, eine Tätigkeit als Verkaufsreisender ausgeübt. Das tat er – wie die anderen für die Beklagte tätigen Verkaufsreisenden auch – mit einem ihm von der Beklagten zur Verfügung gestelltem Fahrzeug.
Irgendwann entschloss sich die Beklagte zur optischen Neugestaltung ihrer Fahrzeuge und schien es für eine gute Idee zu halten, WIE sie diese gestalten liess. Der Kläger teilte offenkundig den Geschmack nicht. Ende Juni wurde er erstmals angewiesen, seiner Tätigkeit mit einem Fahrzeug nachzukommen, das so lackiert ist, dass es bei geschlossener Tür den Eindruck erweckt, die Tür sei aufgeschoben. Es sind sodann nackte, aus Kaffeebohnen herausragende Frauenbeine mit halb ausgezogenen roten Pumps zu sehen.
Der Kläger kam dieser Aufforderung zunächst auch nach.

Anderntags aber wurden zusätzlich die bislang grauen gegen neue rote Radkappen ausgetauscht. Scheinbar brachten diese das Faß zum Überlaufen, denn nun kam es zwischen den Parteien zu einem Streitgespräch, in dessen Verlauf der Kläger sich u.a. dahingehend äußerte, mit einem solchen “Puffauto” keine Geschäfte tätigen zu wollen.

Die Beklagte hat das Arbeitsverhältnis am 30.6.2015 fristlos, hilfsweise fristgerecht gekündigt ...

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