Mit einem „Puffauto“ fahr ich nicht! Kündigung rechtmäßig!

von Thorsten Blaufelder

Weigert sich ein Verkaufsfahrer in einem Auto mit aufgedruckter, sexistischer Werbung zu fahren, muss er mit der Kündigung rechnen. Grundsätzlich kann sich der Arbeitgeber auf sein Direktionsrecht berufen und dem Beschäftigten ein nach seinen Vorstellungen gestaltetes Fahrzeug zuweisen, urteilte am Mittwoch, 14.10.2015, das Arbeitsgericht Mönchengladbach im Fall eines homosexuellen Arbeitnehmers (AZ: 2 Ca 1765/15).

Konkret ging es um einen Verkaufsreisenden, der seit fast 20 Jahren in einem Kaffeevertrieb arbeitete. Der Chef wollte den Umsatz ankurbeln und ließ ein Dienstfahrzeug werbeträchtig lackieren. Eine Fahrzeugseite war so gestaltet, als ob die Türe geöffnet ist. Zu sehen war dann ein Berg aus Kaffeebohnen, aus dem zwei nackte Frauenbeine mit roten Pumps herausragen. Daneben stand der Schriftzug „Verführerisch LECKER“. Als das Auto dann auch noch mit roten Radkappen versehen wurde, kam es zwischen dem Kläger und dem Chef zum Streit.

Der Arbeitnehmer weigerte sich, mit solch einem „Puffauto“ Geschäfte zu machen. Er vermutete zudem, dass er wegen seiner Homosexualität das Auto zugewiesen bekommen habe.

Der Arbeitgeber kündigte dem Mann am 30.06.2015 fristlos, hilfsweise ordentlich ...

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