Unfallregulierung – und die Höhe der Sachverständigenkosten

Der Schadensersatzanspruch des Geschädigten – der gem. § 287 ZPO geschätzt werden kann – geht auf Ersatz der üblichen Vergütung. Denn auch der Geschädigte müsste an den Sachverständigen die übliche Vergütung zahlen, weil eine Honorarvereinbarung nicht getroffen worden ist.

Im Rahmen einer Schadensschätzung nach § 287 ZPO kann die Schätzung anhand der BVSK-Tabelle vorgenommen werden1. An der Eignung der BVSK-Tabelle als Schätzgrundlage hat sich nichts geändert. Die Tabellenwerte werden regelmäßig und unter wissenschaftlichen Standards erhoben, sind von vielen Gerichten anerkannt und selbst dem Gesprächsergebnis der Beklagten liegen ihre Ergebnisse zugrunde.

Das im vorliegenden Fall vom Sachverständigen in Rechnung gestellte Grundhonorar kann bei der konkreten Schadensschätzung nach § 287 ZPO vollständig beansprucht werden. Denn es stellt sich bei Anwendung der BVSK-Tabelle als eine übliche Vergütung dar. Es liegt innerhalb der Spanne von Vergütungen, die statistisch 50 bis 60 % aller Sachverständigen in diesem Fall abrechnen würden (HB V).

Eine Anpassung der Tabelle oder eine die Abrechnung korrigierenden Bemessung eines üblichen Betrages war vom Gericht nicht vorzunehmen. Nach der überzeugenden Rechtsprechung des BGH, der sich das Landgericht anschließt, gibt die vom Sachverständigen erstellte Rechnung grundsätzlich den zur Begutachtung erforderlich Betrag vor, der als Schadensersatz dem Geschädigten zu erstatten ist. Eine genauere Bemessung jenseits der Rechnung hat das Gericht bei seiner Schätzung damit im Regelfall nicht zu unternehmen. Insofern betonen auch die neueren Entscheidungen des BGH vom 11.02.20142 und 22.07.20143 aus Sicht der Landgericht zu Recht die Position des Geschädigten – im Falle der Forderungsabtretung damit die Position des neuen Forderungsinhabers ...

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