Schadensersatz wegen Nichtnominierung für Olympische Spiele

von Dr. Markus Wekwerth

Wenn ein Sportler die für die Nominierung für eine bestimmte Sportveranstaltung objektiv festgelegten Leistungen erbringt, hat er einen einklagbaren Anspruch auf die Nominierung. Im Bereich der Leichtathletik ist der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) für die Endnominierung deutscher Sportler für Olympische Spiele zuständig. Voraussetzung für die Nominierung ist die Erfüllung sportartspezifischer Nominierungskriterien in zeitlicher Nähe zu der Sportveranstaltung.

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Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking (15. bis 24. August 2008) hat der DOSB die „Nominierungsrichtlinien 2008“ aufgestellt, die für männliche Dreispringer eine sog. A- und B-Norm bestimmen. Die Normen können alternativ erfüllt werden, wobei die A-Norm eine Weite von 17,10 m vorsah, die B-Norm „2 x 17,00 m“.

Der Dreispringer Charles Friedek hat innerhalb des Nominierungszeitraums bei einem einzigen Wettkampf im Vorkampf eine Weite von 17,00 m und im Endkampf von 17,04 m erzielt. In späteren Wettkämpfen hat er eine Weite von 17,00 m nicht mehr erreicht, weshalb der DOSB eine Nominierung unter Hinweis auf die Nominierungsrichtlinien abgelehnt hat. Die B-Norm könne nach dessen Auffassung nur durch entsprechende Leistungen in zwei verschiedenen Wettkämpfen erreicht werden.

Der Sportler hat den DOSB daraufhin wegen angeblich entgangener Antritts-, Preis- und Sponsorengelder gerichtlich auf Schadensersatz in Höhe von über EUR 130.000 in Anspruch genommen. Das Landgericht hat der Klage zunächst dem Grunde nach stattgeben, aber über die Höhe des Schadensersatzes noch nicht entschieden ...

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