Ich fahr´ dann mal schwarz!

von Thorsten Blaufelder

Pappen Schwarzfahrer auf ihrer Mütze einen Zettel mit der Aufschrift „Ich fahre schwarz“, erschleichen sie sich trotz der offenkundigen Mitteilung immer noch ihre Beförderung. Der Straftatbestand der „Beförderungserschleichung“ ist gegeben, wenn ein Reisender ohne Fahrschein in einen ICE einsteigt, sich einen Platz sucht und er dem Zugbegleiter erst bei der routinemäßigen Kontrolle auffällt, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln in einem am Montag, 28.09.2015, bekanntgegebenen Beschluss (AZ: III-1 RVs 118/15).

Konkret ging es um einen Schwarzfahrer, der am 11.11.2011 ohne Fahrschein in Köln in den ICE Richtung Frankfurt/Main stieg. Bei einer Fahrscheinkontrolle kam heraus, dass er über keinen Fahrschein verfügte. Der Kontrolleur konnte dies auch schwarz auf weiß lesen. Denn der Schwarzfahrer hatte auf seiner Mütze einen Zettel mit der Aufschrift „Ich fahre schwarz“ angesteckt.

Der Schwarzfahrer meinte, dass er sich damit nicht strafbar gemacht hat. Denn dies sei nur bei einer Beförderungserschleichung der Fall. Er habe aber sich nichts heimlich erschlichen, sondern vielmehr offen sein „Schwarzfahren“ kundgetan.

Sowohl das Landgericht Bonn als auch nun das OLG folgten dieser Argumentation nicht ...

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