Die staatsanwaltliche Sitzungsvertretung

Nachdem von meiner staatsanwaltlichen Station nun schon 2 von 3 Monaten vorbei sind, möchte ich in diesem Artikel über die Sitzungsvertretung berichten, um ein realistisches Bild geben zu können und vielleicht dem einen oder anderen ein die Aufregung etwas mildern zu können.

Zu Anfang der Station war mir die "Sitzungsvertretung" nur als eine Aufgabe eines Referendars bekannt, ohne genaue Details gekannt zu haben. Dies sollte sich im Verlauf der Einführungs-AG ändern, denn dort bereitete uns der AG-Leiter umfangreich auf unsere Vertretungen vor. So wurden vier AG-Stunden, die jeweils 3,5 Stunden gehen, nur auf die Vorbereitung und Besprechung der Sitzungsvertretung angesetzt. Wir gingen u.a. den Gang der Hauptverhandlung detailliert durch und besprachen umfassend die Strafzumessung, die auch ein Teil unserer Aufgabe sein würde (Geldstraße? Haftstrafe? Bewährung: Ja/Nein?). Sehr hilfreich war auch, dass wir verschiedene Situationen durchsprachen in denen die Verhandlung nicht wie geplant verlief (u.a. der Angeklagte erscheint nicht, die Zeugen kommen nicht oder wollen nicht aussagen usw.). Abgerundet wurde diese Vorbereitung durch kleine Fallbeispiele am Ende der vier AG-Stunden, in denen wir anhand kurzer Sachverhalte ein Plädoyer halten konnten. Lieber jetzt einmal ein Plädoyer halten, als das erste Mal im Gerichtssaal mit vielleicht noch einer Schul- oder Studentengruppe im Zuschauerbereich.

Danach ging es auch schon Schlag auf Schlag: Ich war direkt in der ersten Woche nach dem Einführungslehrgang für die Sitzungsvertretung eingeteilt. Hoffte ich noch, dass Referendare vielleicht in der ersten Woche und beim ersten Mal "Welpenschutz" genießen und zunächst nur im Amtsgericht in der unmittelbaren Nähe eingesetzt werden, so wurde ich eines besseren belehrt: Der Plan wies mich an das Amtsgericht Papenburg ...

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