AG Brühl weist Klage der Innovation Group gegen den Geschädigten auf Zahlung der Reparaturkosten ab, nachdem die gegnerische Versicherung – trotz vorheriger Regulierungszussage – die Haftung dann plötzlich bestritten hatte (20 C 11/15 vom 16.07.2015)

von Hans Dampf

Mit Entscheidung vom 16.07.2015 (20 C 11/15) wurde eine Klage der Innovation Group gegen den Geschädigten auf Erstattung der Reparaturkosten durch das Amtsgericht Brühl abgewiesen. Der Vorgang zeigt, wie das „schnell, schnell“ Schadensmanagement der Versicherer „husch, husch“ in die Hose gehen kann. Und am Ende soll dann der Geschädigte für die falschen Versprechen der „Schadenmanager“ gerade stehen. Das AG Brühl hat der Innovation Group diesen Zahn jedoch gezogen. Wer Regulierungsversprechen abgibt, kann sich im Nachhinein nicht aus der Verantwortung stehlen.

Zum Sachverhalt einige Erläuterungen des Einsenders:

„Der Geschädigte hatte selber den Zentral angerufen, wurde an die Versicherung weitergeleitet und dann in eine Werkstatt „gesteuert“. Die Mitarbeiterin der Versicherung sagte „Freigabe“. Und die Werkstatt sagte später auch „Reparaturfreigabe“. Daraufhin ließ der Geschädigte das Auto in der Billigwerkstatt der Versicherung reparieren. Anschließend verweigerte die Versicherung die Haftung. Die Innovation Group ließ sich die Forderung aus der Reparaturrechnung abtreten und verklagte den Geschädigten. Das AG Brühl hat die Klage jetzt abgewiesen, weil die Werkstatt einen Vertrauenstatbestand geschaffen hatte…“

Die Klage der Innovation Group gegen den Geschädigten war demzufolge nicht sehr innovativ? Innovativ wäre z.B. gewesen, die Versicherung für die erteilte Reparaturfreigabe in die Pflicht zu nehmen. Das funktionierte aber wohl nicht, da die Werkstatt den „Knebelvertrag“ mit dem Vertragspartner nicht in Gefahr bringen wollte? Auch die Innovation Group hatte wohl nicht den Mumm, die Versicherung für deren fehlerhaftes Verhalten zur Ader zu lassen? Dumm gelaufen für die Innovation Group AG. Auch dieser Vorgang zeigt wieder sehr deutlich, dass man sich nicht auf das Schadensmanagement der Versicherer einlassen sollte ...

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