TK-Anbieter und AdBlocker: Eine unterschätzte Gefahr?

In der Netzwelt findet derzeit eine heftige Diskussion um AdBlocker statt (s. nur hier und hier). Nachdem Unternehmen verstanden haben, dass AdBlocker eine Gefahr für die hinter ihren Angeboten stehenden darstellen, suchen sie nach Auswegen. Einerseits strengen sie – bisher erfolglos – Klagen gegen die Hersteller von AdBlockern an. Andererseits fangen sie an, Nutzer mit AdBlockern auszusperren. Nicht verstanden haben es die Unternehmen leider, was das Problem mit ihrem Modell ist. Ich bin sicher, dass Nutzer Werbung bis zu einem gewissen Grad akzeptieren und auf Werbeblocker verzichten würden, wenn diese Werbung einerseits die Nutzung von Internet und anderen Diensten nicht stört und zweitens keine Daten über den Nutzer gesammelt werden. Manche haben das übrigens verstanden. Das Blog TechDirt beispielsweise gestattet Nutzern in vorbildlicher Weise ausdrücklich das vollständige Ausschalten von Werbung.

Es gibt noch eine andere Seite der Diskussion: TK-Unternehmen versuchen schon seit längerem, neue Einnahmequellen zu erschließen – ich erinnere an den Streit um die Netzneutralität. Nun hat Golem.de berichtet, dass die Deutsche Telekom erwägen soll, im eigenen Netz – und damit auf der Netzebene! – auf AdBlocker zu setzen. Ziel wäre es, Werbung auszufiltern, wenn die Werbeanbieter nicht einen Teil ihrer Gewinne an den TK-Anbieter abführen.

1. Werbeblocker auf Netzebene: Shine Technologies

Angeblich soll dafür ein System der Firma Shine Technologies eingesetzt werden. Die Webseite von Shine ist leider überhaupt nicht aussagekräftig. Es wird insbesondere nicht klar, wie die Werbung geblockt werden soll. Tief blicken lässt die Webseite allerdings schon. Dort heißt es zunächst:

„Ad Blocking is a Consumer Right. Full Stop.“

Direkt im Anschluss wird aber die Frage gestellt:

„Who’s Monetizing Your Pipe?“

Kunden von Shine sind nämlich TK-Unternehmen. Und die sollen Werbung nach Belieben stoppen können ...

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