Schadensersatz bei Filesharing – Eine Lehrstunde

von André Stämmler

Was passiert, wenn im Filehsaring-Verfahren ein Richter sitzt, der von der technischen Materie mehr als nur ein bisschen Ahnung hat? Genau er gibt eine Lehrstunde zum Thema Schadensersatz, Technik und alles was dazu gehört. So geschehen in einem lesenswerten Urteil des Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt.

Der Vorsitzende unterrichte die Beteiligten zunächst über seine technische Sachkunde:

Der Vorsitzende war in den Jahren 2000 bis 2013 als selbständiger Softwareentwickler tätig, im Jahr 2001 war er darüber hinaus als Webdesigner beschäftigt, in den Jahren 2001 bis 2004 als angestellter Softwareentwickler und von 2001 bis 2010 als Netzwerk- und Systemadministrator angestellt.die Parteien in der Verhandlung vom 29.06.2015 über seine technische Sachkunde in Kenntnis gesetzt.

Und dann geht’s los. Die Klage des Rechteinhabers wurde vollumfänglich abgewiesen. Zunächst wie in letzter Zeit so häufig, weil andere Personen als Täter jedenfalls nicht ausgeschlossen werden konnten. Das Gericht stellt dabei erfreulicherweise realistische Anforderungen an die sekundäre Darlegungslast und führt aus

Der Beklagte hat seiner sekundären Darlegungslast dadurch entsprochen, dass er vorgetragen hat, in seinem Haushalt hätten auch sein volljähriger Bruder, sein volljähriger Cousin sowie weitere Freunde Zugriff auf seinen Internetanschluss.

Richtig vom Leder zieht das Gericht allerdings wenn es um die Schadensberechnung geht. Obwohl die Klage an diesem Punkt keine Erfolgsaussichten mehr hatte, findet das Gericht noch deutliche Worte für die Schadensberechnung. Sicherheitshalber. Eine Lehrstunde.

Nach einem umfassenden Überblick über technische Fragen wird dann der Schadensersatzanspruch der Kläger aufgedröselt ...

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