Mediation zwischen Unternehmen

von Gerfried Braune

In Deutschland werden die Möglichkeiten von Mediation zwischen Unternehmen noch viel zu wenig wahrgenommen. Das liegt nicht daran, dass Mediation einen schlechten Ruf bei den Verantwortlichen der Unternehmen hätte. Schaut man sich die PWC Studie “Praxis des Konfliktmanagements deutscher Unternehmen” von 2007 an, so kann man dort nachlesen, dass Mediation mit 73,9% nach Verhandlung als zweitbeste Lösung genannt wurde (Seite 9). Das geht auch in Ordnung, da im Konfliktfall immer zuerst versucht werden sollte, den Konflikt in direkten Verhandlungen unmittelbar mit dem anderen Konfliktpartner zu lösen und Mediation eigentlich immer der zweitbeste Lösungsweg sein kann. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es aber (leider) ganz anders aus. Dort haben die Forscher der Viadrina und PWC herausgefunden, dass bei der tatsächlichen Anwendung Mediation den letzten Platz einnimmt (Seite 8). Davor rangieren Verhandlung, Gerichtsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren, Schiedsgutachten und Schlichtung (in absteigender Reihenfolge). Und dies obwohl Gerichtsverfahren bei den Vorteilswerten abgeschlagen auf dem letzten Platz stand.

Was also hindert Unternehmen, Mediation entsprechend den erkannten Vorteilen auch als Methode der Konfliktlösung zu nutzen? Die oben genannte Studie hat herausgefunden, dass es nicht an fehlenden Kenntnissen über Mediation liegt. Eher liegt es daran, dass die Befragten Unternehmen mit der Zuverlässigkeit und Ergebnissicherheit des deutschen Gerichtssystems zufrieden sind, wenn auch die Dauer und die Kosten bemängelt werden. Hinzu kommt dann noch die Macht der Gewohnheit, will sagen, der normale Workflow von Juristen beinhaltet nach der außergerichtlichen Verhandlung eben die Klage als nächsten Schritt und nicht die Mediation ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK