Die Wiederkehr des ewig Gleichen

von Andreas Prokop

Man könnte an Nietzsches Konzept der Wiederkehr des ewig Gleichen denken, wenn wie gerade in Oregon das immergleiche Stück aufgeführt wird, das dem Artaudschen Theater der Grausamkeit zu entstammen scheint. Es sterben wirklich Menschen; die anschließende Posse wird in einem Online-Artikel der Süddeuschen gut auf den Punkt gebracht: http://www.sueddeutsche.de/politik/schiesserei-in-oregon-amoklauf-als-ritual-1.2675720
Allerdings dient das Ritual – die Kerzen, die eifrige Motivsuche, der unvermeidliche Verweis auf diverse “psychische Störungen”, insbesondere die Konjunktur des “Autismus”-Konstrukts – wohl weniger einem Verstehen der Tat denn als beruhigende Obstipation. Das Ganze versandet dann bis zur nächsten Tat. Wie in dem Artikel zu lesen, habe sich derselbe Sherrif, der nun so betroffen ist und den Namen des Täters nicht nennen wollte, zuvor gegen die Verschärfung der Waffengesetze ausgesprochen und in dasselbe populistische Horn stößt auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump. Werden wir vielleicht in Zukunft das Western-Genre nicht mehr als Reminiszenz an frühere Zeiten goutieren, sondern als lediglich technisch veraltete Darstellung des aktuellen realen Lebens? Werden dann vielleicht sich nicht normgerecht verhaltende oder aussehende Menschen vorsorglich erschossen nach dem Motte: man kann ja nie wissen? Wer zuerst zieht, mahlt zuerst.
Wenn man nun andererseits nach mehr psychologisch-psyhiatrischer Behanldung verlangt, dann frage ich mich andererseits, ob hier eine Art Wunderglaube am Wekr ist ...

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