AG München zum Schadensersatzanspruch des Fotografen wegen unterlassener Urheberbenenneung

von Stephan Breckheimer

Das AG München hat mit Urteil vom 24.06.2015, Az.: 142 C 11428/15 (nicht rechtskräftig) entscheiden, dass ein Profiftograf, der für ein Hotel Fotos erstellt und diesem vollumfängliche Nutzungsrechte eingeräumt hat, damit nicht auf sein Recht der Nennung seines Namens verzichtet hat und somit Schadensersatz verlangen kann, wenn seine Fotos ohne Urhebernennung verwendet werden.

Was war geschehen?

Ein Profi-Fotograf erstellte im Jahr 2013 von einem Hotel im Auftrag von dessen Geschäftsführer Fotografien zu einem Honorar von knapp 1000 Euro. 13 der insgesamt 19 Bilder wurden auf der Webseite des Hotels und auf sechs auf Hotelportalseiten im Internet verwendet, ohne den Namen des Fotografen zu nennen. Der Fotograf verlangte daraufhin von dem Hotel die Unterlassung und Schadensersatz in Höhe von 958,72 Euro. Das Hotel fügte zwar den Urheberrechtsnachweis an, verweigerte aber die Zahlung des geforderten Schadensersatzes.

Die Entscheidung des Gerichts

Das AG München verurteilte die Beklagte zur Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 655,96 Euro zu. Durch die öffentliche Zugänglichmachung der Fotos auf der eigenen Internetseite hat das Hotel nach Ansicht des Gerichts gegen das Namensnennungsrecht des Fotografen verstoßen. Das Gericht führt aus, dass nach den gesetzlichen Regelungen der Fotograf allein das Recht habe, darüber zu bestimmen, ob die Fotos nur mit seiner Namensnennung verwendet werden dürfen. Er habe beim Vertragsschluss mit dem Hotel nicht auf dieses Recht verzichtet.

Das Gericht weist zudem darauf hin, dass die Einräumung unbeschränkter Nutzungsrechte nicht auch zugleich einen Verzicht auf die Namensnennung bedeute. Eine grundsätzliche Nennung des Fotografen bestehe weiterhin ...

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