Umsatz, Prestige, einmalige Chance - NSU-Verfahren liefert Paukenschlag

von Joachim Breu
An Ralph Willms - den Spiegel und Zeit in Ihren Online-Berichten stets mit vollem Namen nennen - kristalliert sich, was sich mancher denkt: #Nebenklage sei #Geschäftemacherei, trage selten zur Aufklärung bei und nehme im gerichtlichen Verfahren Überhand. Das passt zu dem Zeitgeist, der die gesetzlichen Errungenschaften zugunsten der Menschenwürde des Geschädigten im Strafprozess einzudämmen sucht, um ihn wieder auf die Rolle eines Verfahrens-Gegenstandes zurück zu drängen. Ralph Willms wird nach ein, zwei Jahren des ihm bevorstehenden Verwaltungsverfahrens seit 13.09.1996 Rechtsanwalt gewesen sein. Seine Qualifikationen als Fachanwalt für Arbeits- und Sozialrecht haben ihn nicht abgehalten, entgegen § 49b Abs. 3 BRAO einem Nicht-Anwalt eine Provision zu zahlen. Er wird an dem größten politischen Prozess der Nachkriegszeit seit den legendären RAF-Verfahren, die am 21.05.1975 begannen, beteiligt gewesen sein. Wenn auch nicht als Verteidiger, diese Plätze waren bereits besetzt.

Vielleicht hoffte er, mit einem Einsatz für Verletzte eine Reputation zu erwerben, die ihn wie einst Otto Schily bis an die Spitze eines Bundesministeriums tragen würde. Oder er würde hier genügend Verhandlungstage für einen dritten Fachanwaltstitel zusammen bringen, den für Strafrecht gar. Wenn beides nicht den Ausschlag gab, so garantiert ein langes Verfahren auf Staatskosten zumindest ein solides Grundeinkommen bei im zeitlichen Verlauf abnehmendem Arbeitsaufwand.

Der Stammheim-Prozess dauerte 192 Tage, in München sollen bisher 232 Tage mit der Aufklärung verbracht worden sein, eine Ende scheint nicht in Sicht. Die gesetzlichen Gebühren, die er hätte abrechnen können, lassen sich beziffern. Unabhängig von dem, was das Land NRW an Umsatzsteuer von Willms bayerischen Vergütungen abgeführt bekam, stand ihm ein Tageshonorar von wenigstens 424,- € zu ...Zum vollständigen Artikel


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