Kündigung des Arbeitnehmers wegen Erkrankung: Wirksamkeit tendenziell problematisch bei Ursachen im betrieblichen Bereich

Genießt der Arbeitnehmer Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber im Falle einer Krankheit des Arbeitnehmers nicht ohne weiteres möglich. Der Arbeitgeber hat hier eine ganze Reihe von Vorgaben zu beachten, insbesondere auch eine Interessenabwägung.

Ein wesentlicher Faktor dabei ist etwa die Zumutbarkeit einer Beeinträchtigung betrieblicher Interessen für den Arbeitgeber. Wenn der Arbeitgeber die Erkrankung demnach selbst verursacht oder zumindest entscheidend dazu beigetragen hat, stellt sich die Frage, ob er dann auch eine größere Beeinträchtigung seiner betrieblichen Interessen hinnehmen muss. Handelt es sich etwa um aktives Mobbing oder Bossing durch den Arbeitgeber, wird man das eindeutig so sehen können. Doch auch allgemeine betriebliche Begleitumständen, die die Krankheit mitverursachen, können eine entsprechende Beurteilung rechtfertigen und sind bei der Interessenabwägung zumindest zu berücksichtigen.

Dazu das Bundesarbeitsgericht: In aller Regel ist dem Arbeitgeber die Hinnahme einer Beeinträchtigung seiner betrieblichen Interessen eher zuzumuten, wenn die Gründe für die Arbeitsunfähigkeit im betrieblichen Bereich liegen (BAG, Urteil vom 20. November 2014 – 2 AZR 664/13 –, juris).

Hat der Arbeitgeber die Umstände, die zu der Arbeitsunfähigkeit geführt haben, verschuldet, muss er eine stärkere Beeinträchtigung seiner Interessen hinnehmen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK