An der Krankenzimmertürklinke kontaminierte Handschuhe als Behandlungsfehler?

von Liz Collet

Stellt es einen Behandlungsfehler dar, wenn Handschuhe durch Berühren der Krankenzimmertürklinke kontaminiert werden?

Mit dieser Frage hat sich das Oberlandesgericht Hamm beschäftigt und einen Hygienemangel bejaht, wenn ein Krankenhauspfleger eine Abszedierung an der Hand einer Patientin eröffnet hat und dabei Handschuhe trägt, mit denen er zuvor die Türklinke des Krankenzimmers berührt hatte.

Gleichwohl hat das OLG Hamm eine Haftung aufgrund dieses Hygienemangels verneint, wenn die Patientin nicht nachweisen kann, dass ihr durch diesen Hygienemangel kausal ein Gesundheitsschaden entstanden ist. Der Fall wird auch den BGH noch beschäftigen, dies sind die Details:

Die 1956 geborene klagende Patientin aus Dortmund litt unter Wirbelsäulenbeschwerden und musste sich zum Jahreswechsel 2011/2012 im beklagten Krankenhaus in Dortmund notfallmäßig behandeln lassen.

  • Für wenige Tage erhielt sie zunächst einen Venenverweilkatether auf dem linken Handrücken und einen Schmerztropf.
  • Nach dem Entfernen des Katheters zeigte sich eine Entzündung der Vene (Thrombophlebitis) an der Einstichstelle, es bildete sich eine kleine Abszedierung.
  • Diese wurde auf Anordnung des behandelnden Arztes von einem Krankenhauspfleger eröffnet.
  • Dabei trug der Pfleger Handschuhe, mit denen er zuvor die Türklinke des Krankenzimmers berührt hatte.
  • In der Folge heilte die Thrombophlebitis – mit Salbenverbänden und antibiotisch therapiert – aus.
  • Bei einer weiteren stationären Behandlung der Klägerin Ende Januar 2012 in einer Bochumer Klinik zeigte sich eine Infektion der Bandscheiben im Bereich der Lendenwirbel (Spondylodiszitis). Im Blut der Klägerin fanden sich Erreger des Bakteriums Staphylokokkus aureus ...
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